Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel.

Daher ist die Gewinnung, Inverkehrbringung und Verwendung punkto Hygiene unionsrechtlich geregelt. Auf dieser Grundlage basieren die nationalen Gesetzesgrundlagen.

In Österreich regeln verschiedene Dokumente die Beprobung von Trinkwasser. Zum einen fordert die Trinkwasser-Verordnung parallel zum Österreichischen Lebensmittelbuch die Unbedenklichkeit von Wasser für den menschlichen Gebrauch und gibt Grenzwerte für chemische und mikrobiologische Parameter vor, zum anderen referenziert der Erlass des Bundesministeriums für Gesundheit BMGFJ-75210/0021-IV/B/7/2007 zu Warmwasser aus Trinkwasser-Erwärmungsanlagen auf die ÖNORM B 5019, die ihrerseits wieder Probenahmezyklen für verschiedene Risikogruppen an Personen definiert. ÖNORM B 1300 und ÖNORM B 1301 schreiben für Liegenschaftseigentümer ebenfalls regelmäßige Prüfroutinen vor.

Ein Auszug der anzuwendenden Rechtsmaterien und Normen lautet wie folgt.

  • Water Safety Plan, Guidelines for Drinking-water Quality, WHO, 2016
  • Richtlinie 98/83/EG des Rates der Europäischen Gemeinschaft vom November 1998 über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch
  • Verordnung des Bundesministers für soziale Sicherheit und Generationen über die Qualität vonWasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung TWV), II Nr. 304/2001,geändert durch BGBl. II Nr. 254/2006, BGBl. II Nr. 121/2007, BGBl. II Nr. 359/2012, BGBl. II Nr. 208/2015 und BGBl. II Nr. 362/2017 =>
  • Verordnung des Bundesministers für Gesundheit über Hygiene in Bädern, Warmsprudelwannen (Whirlwannen), Saunaanlagen, Warmluft und Dampfbädern und Kleinbadeteichen(Bäderhygieneverordnung 2012 BHygV 2012), II Nr. 321/2912 idgF BGBl. II Nr. 15/2014
  • Österreichisches Lebensmittelbuch (Codex Alimentarius Austriacus), Codexkapitel B1idgF
  • ÖNORM B 5019 Hygienerelevante Planung, Ausführung, Betrieb, Überwachung und Sanierung von zentralen Trinkwasser-Erwärmungsanlagen Ausgabe 2017
  • ÖNORM EN ISO 5667-1 Wasserbeschaffenheit Probenahme, Teil 1: Anleitung zur Erstellung von Probenahmeprogrammen und Probenahmetechniken Ausgabe 2007
  • ÖNORM EN ISO 5667-3 Wasserbeschaffenheit Probenahme, Teil 3: Anleitung zur Konservierung und Handhabung von Wasserproben Ausgabe 2013
  • ÖNORM EN ISO 5667-5 Wasserbeschaffenheit Probenahme, Teil 5: Anleitung zur Probenahme von Trinkwasser aus Aufbereitungsanlagen und Rohrnetzsystemen Ausgabe 2015
  • ÖNORM EN 806-1 Technische Regeln für Trinkwasserinstallationen, Teil 1: Allgemeines, Ausgabe 2001
  • ÖNORM EN 806-2 Technische Regeln für Trinkwasserinstallationen, Teil 2: Planung, Ausgabe 2005
  • ÖNORM EN 806-3 Technische Regeln für Trinkwasserinstallationen,
  • Teil 3: Berechnung der Rohrinnendurchmesser – Vereinfachtes Verfahren, Ausgabe 2013
  • ÖNORM EN 806-4 Technische Regeln für Trinkwasserinstallationen, Teil 4: Installation, Ausgabe 2010
  • ÖNORM EN 806-5 Technische Regeln für Trinkwasserinstallationen, Teil 5: Betrieb und Wartung, Ausgabe 2012
  • ÖNORM B 1300 Objektsicherheitsprüfungen für Wohngebäude – Regelmäßige Prüfroutinen im Rahmen von Sichtkontrollen und zerstörungsfreien Begutachtungen, Ausgabe 2012
  • ÖNORM B 1301 Objektsicherheitsprüfungen für Nicht-Wohngebäude – Regelmäßige
  • Prüfroutinen im Rahmen von Sichtkontrollen und zerstörungsfreien Begutachtungen, Ausgabe 2016
  • ÖNORM B 5020 Anforderungen an die mikrobiologische Wasserbeschaffenheit in Verdunstungs-Rückkühlanlagen, Ausgabe 2013
  • ÖNORM EN ISO 17025 Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien, Ausgabe 2007
  • ÖNORM EN ISO 19458 Wasserbeschaffenheit Probenahme für mikrobiologische Untersuchungen, Ausgabe 2006
  • ÖNORM B 2531 Technische Regeln für Trinkwasserinstallationen Nationale Ergänzungen zu ÖNORM EN 806 (alle Teile), Ausgabe 2019
  • ÖNORM B 5014-1 Sensorische und chemische Anforderungen und Prüfung von Werkstoffen im Trinkwasserbereich – Teil 1: Organische Werkstoffe, Ausgabe 2016
  • ÖNORM B 5014-2 Sensorische und chemische Anforderungen und Prüfung von Werkstoffen im Trinkwasserbereich – Teil 2: Zementgebundene Werkstoffe, Ausgabe 2017
  • ÖNORM B 5014-3 Sensorische und chemische Anforderungen und Prüfung von Werkstoffen im Trinkwasserbereich – Teil 3: Metallische Werkstoffe, Ausgabe 2017

Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, zeigt aber die gründliche Auseinandersetzung der Öffentlichkeit mit dem Thema. Damit erhebt sich die Frage nach den Rechtsfolgen bei Nichtbeachtung der Vorgaben. Zu diesem Thema legen wir in diesem Kapitel ein Gutachten bei, das darüber Aufschluss gibt.