Da die Frage immer wieder gestellt wird, wer in der Pflicht steht, den Anforderungen der Trinkwasserverordnung hinsichtlich Überprüfung der Trinkwasserqualität nachkommen zu müssen, vorweg eine kurze Antwort:

Alle jene, die Wasser für andere in Verkehr bringen und über entsprechende Anlagen verfügen!

Das sind natürlich Wasserversorger und Brunnenbetreiber (deren Überprüfungsbereich endet bei Übergabe an das zu versorgende Objekt, also bei der Wasseruhr). Dazu kommen bspw. infrastrukturelle Bauten wie Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Universitäten, Schulen, Kindergärten, Bürogebäude, Verwaltungsgebäude, sowie Fremdenverkehrsbetriebe, großvolumige Wohnbauten, die Allgemeinbereicheaufweisen wie bspw. in Genossenschaftsbauten und die eine gewerbliche Nutzungaufweisen (Vermietung!), aber auch Abfüller in Flaschen.

Ausgenommen von der Überprüfungspflicht sind lediglich Privatpersonen in Einfamilienhäusern (sofern sie nicht bspw. wie bei einem Bauernhof eine eigene Trinkwasserversorgung durch einen Hausbrunnen besitzen) und in ihren Privatwohnungen.

Dafür stellen wir zur Verfügung

  • Bericht über den technischen Zustand der Anlage
  • Probenahmeprotokolle
  • Laborbericht
  • Untersuchungsbericht
  • Risikobewertung des Objektes
  • Aushang lt. §6Trinkwasserverordnung

Unsere Aufbewahrungspflicht beträgt fünf Jahre. Innerhalb dieser Frist stellen wir Unterlagen gerne wiederholt zur Verfügung.

§ 5. Der Betreiber einer Wasserversorgungsanlage hat

  1. die Wasserversorgungsanlagen dem Stand der Technik entsprechend zu errichten, in ordnungsgemäßem Zustand zu halten und vorzusorgen, dass eine negative Beeinflussung des Wassers hintangehalten wird;
  2. zu diesem Zweckist die Anlage fachgerecht von geschulten Personen zu errichten, zu warten und instand zu halten;
  3. über Maßnahmen gemäß lit. a sind Aufzeichnungen zuführen

Quelle: Trinkwasserverordnung BGBl. II Nr. 304/2001 idgF

Ohne entsprechende technische Betreuung inklusive schriftlicher Aufzeichnungen kann nicht von einem Zustand ausgegangen werden, der negative Beeinflussungen hintanhält. Daher schalten wir vor jede Erstbeprobung einen Lokalaugenschein, der allfällige Mängel aufzeigen soll. Liegen tatsächlich grobe Mängel vor, werden diese zuerst behoben, um das System sinnvoll beprobungstauglich zu machen. Wenn keine metallisch dichtenden Probenahmeventile vorhanden sind, werden sie zu diesem Zeitpunkt ebenfalls eingebaut.

§ 5. Der Betreiber einer Wasserversorgungsanlage hat

  1. Untersuchungen und Begutachtungen des Wassers gemäß dem Parameterumfang und den Probenahmehäufigkeiten nach Anhang II von der Agentur gemäß §65 LMSVG, den Untersuchungsanstalten der Länder gemäß § 72 LMSVG oder von einer gemäß § 73 LMSVG hiezu berechtigten Person durchführen zu lassen; diese haben im Rahmen einer gemäß dem Akkreditierungsgesetz 2012 akkreditierten Konformitätsbewertungsstelle oder im Rahmen einer Konformitätsbewertungsstelle in einem anderen Mitglied- oder Vertragsstaat der EU oder EWR-Staat mit einer dieser gleichzuhaltenden Akkreditierung sicherzustellen, dass
  • Proben an den vorgesehenen Probenahmestellen entnommen werden,
  • bei der Probenahme auch ein Lokalaugenschein und eine hygienische Beurteilung der Wasserversorgungsanlage (einschließlich der Wasserspende mit Fassungszone, allfälligen Aufbereitungsanlagen und der Wasserspeicherung) vorgenommen wird,
  • Analysen durchgeführt und die in Anhang III angeführten Spezifikationen für die Analyse der Parameter eingehalten werden.

Quelle: Trinkwasserverordnung BGBl. II Nr. 304/2001 idgF

Kurz gefasst heißt das, nur qualifizierte Probenehmer sind zugelassen, die Anzahl und Art der Entnahmestellen zu wählen und Proben zu entnehmen. Eine Selbstentnahme schließt automatisch jegliche Behörden- und Gerichtsfestigkeit aus.Hintergrund ist, dass Fachwissen vorhanden sein sollte, entsprechende kalibrierte Ausrüstung nötig ist und Probenehmer dem Qualitätssicherungsmanagement jenes Labors unterworfen sind, mit dem sie vertraglich verbunden sind. Die entsprechende Vorschrift zur Inspektion durch unabhängige Dritte findet sich in ÖNORM EN ISO 17020:2012.

4.1.1. Inspektionstätigkeiten müssen unparteiisch durchgeführt werden.

5.1.2. Eine Inspektionsstelle, die Teil einer juristischen Person ist, die andere Tätigkeiten als Inspektionen wahrnimmt, muss innerhalb dieser juristischen Personidentifizierbar sein.

Anhang A1, Lit c. Eine Inspektionsstelle Typ A (i.e. unabhängige Dritte) darf nicht Teil einer juristischen Person sein, die in die Entwicklung, die Herstellung, den Vertrieb, die Errichtung, die Beschaffung, den Besitz, die Benutzung oder die Instandhaltung der Gegenstände, die sie inspiziert, einbezogen ist.

Anhang A2, Lit c. Die Inspektionsstelle Typ B (i.e. eingebunden in eine juristische Person) und ihre Beschäftigten dürfen sich nicht mit Tätigkeiten befassen, die die Unabhängigkeit ihres Urteils und ihre Integrität bei den Inspektionen verletzen können. Insbesondere dürfen sie sich nicht unmittelbar mit der Entwicklung, der Herstellung, dem Vertrieb, der Errichtung der Benutzung oder der Instandhaltung von Gegenständen befassen, die sie inspizieren.

Quelle: ÖNORM EN ISO 17020:2012

Qualifizierte Probenehmer sorgen für die korrekte Entnahme, analysieren sofort die Vor-Ort-Parameter und bringen die Proben unter gekühlten Bedingungen innerhalb von 24 Stunden ins Labor. Abzulehnen sind Selbsttest-Kits, die im Handel bezogen werden können. Bei diesen ist weder die korrekte Entnahme noch die Einhaltung der geforderten Transportparameter garantiert. Das Labor muss für den Tätigkeitsbereich akkreditiert sein.

§ 3.(1) Wasser muss geeignet sein, ohne Gefährdung der menschlichen Gesundheit getrunken oder verwendet zu werden. Das ist gegeben, wenn es:

  1. Mikroorganismen, Parasiten und Stoffe jedweder Art nicht in einer Anzahl oder Konzentration enthält, die eine potenzielle Gefährdung der menschlichen Gesundheit darstellen und
  2. den in Anhang I Teile A und B festgelegten Mindestanforderungen entspricht. Die in Anhang I Teil C definierten Anforderungen für Indikatorparameter gelten für Überwachungszwecke.

Bei Nichteinhaltung der Werte oder Spezifikationen ist den in Anhang I Teil C angeführten Verpflichtungen nachzukommen.

Quelle: Trinkwasserverordnung BGBl. II Nr. 304/2001 idgF

Um diese Forderung sicherzustellen, soll Trinkwasser regelmäßig beprobt und untersucht werden. Wie oft das zu geschehen hat, regelt sich nach dem durchschnittlichen Tagesverbrauch eines Objektes. Liegt dieser unter 10 m3 pro Tag, so findet man mit einer sog. Mindestuntersuchung pro Jahr sein Auslangen. Darüber hinaus kommen zusätzliche Untersuchungen dazu. Existiert im Objekt eine zentrale Trinkwassererwärmungsanlage, findet auch ÖNORM B 5019:2017 zwecks Überprüfung auf Legionella spp. Anwendung.

Allgemeiner Hinweis zur PCR-Analysenmethode für Legionella

Polymerase-Chain-Reaction (PCR) ist ein schnelles und kostengünstiges Verfahren zur Vor-Ort-Beurteilung von Legionella-Konzentrationen. Dabei wird Erbmaterial selektiv und quantitativ bestimmt. Allerdings wird dabei einerseits auch bereits totes Material detektiert, andererseits nur eine Serogruppe – konkret Legionella pneumophila SG 1 – (von etwa 70 existierenden) betrachtet. Das Verfahren produziert somit eine Abweichung in zwei Parametern: Überbefund durch Mitbetrachtung bereits toter Individuen und Unterbefund durch Nichtbetrachtung aller weiteren Serogruppen. ÖNORM B 5019 verlangt aber eine Ausweisung von Legionella spp. (i.e. alle Arten) und nicht nur Legionellapneumophila.

Das PCR-Verfahren stellt somit keine Alternative zum akkreditierten Verfahren nach ISO 11731 dar, auch wenn hiermit gerne geworben wird 1. Zur Sicherstellung unserer Auftraggeber hinsichtlich der Belastbarkeit unserer Ausführungen nehmen wir von PCR-Methoden und dergl. Abstand und verwenden das akkreditierte Prüfverfahren nach ISO 11731.

§ 6. (1) Der Betreiber einer Wasserversorgungsanlage hat die Abnehmer über die aktuelle Qualität des Wassers zu informieren. Die Information hat auf Basis der aktuellen Untersuchungsergebnisse gemäß § 5 zu erfolgen.

Quelle: Trinkwasserverordnung BGBl. II Nr. 304/2001 idgF

Dafür stellen wir zur Verfügung

  • Bericht über den technischen Zustand derAnlage
  • Probenahmeprotokolle
  • Laborbericht
  • Untersuchungsbericht
  • Risikobewertung des Objektes
  • Aushang lt. §6Trinkwasserverordnung

Unsere Aufbewahrungspflicht beträgt fünf Jahre. Innerhalb dieser Frist stellen wir Unterlagen gerne wiederholt zur Verfügung.

Der Untersuchungsumfang einer Mindestuntersuchung nach Trinkwasserverordnung lautet:

Mikrobiologische Parameter

  • KBE 22°/37° (Koloniebildende Einheiten)
  • E. coli
  • Coliforme
  • Intestinale Enterokokken
  • (additiv: Pseudomonas aeruginosa)

Chemische Parameter

  • Carbonathärte
  • Gesamthärte
  • Ammonium (NH4+)
  • Nitrat (NO3)
  • Nitrit (NO2)
  • Sulfat (SO42)
  • Chlorid (CI)
  • Calzium (Ca)
  • Magnesium (Ma)
  • Kalium (K)
  • Natrium (Na)
  • Eisen (Fe)
  • Mangan (Mn)
  • TOC (total organic carbon)

Die Liste ist auf Empfehlung des Probenehmers respektive bei offensichtlichem Verdacht erweiterbar. Oft wird bspw. Blei mit untersucht. Und für Legionellen gilt, dass lediglich das akkreditierte Verfahren nach ÖNORM EN ISO 11731 anzuwenden ist, um eine anerkannte Analyse zu gewährleisten. Schnelltests auf Basis anderer Verfahren sind abzulehnen.